Wir haben mit der Initiative „Mein Club, mein Verein“ aus der Nordkurve Nürnberg über die Ausgliederung beim VfB gesprochen.
Den ersten Teil des Interviews findet ihr hier:
http://meinclubmeinverein.de/index.php/warum-e-v/13-andere-profimannschaften/57-ausgliederung-beim-vfb-interview-mit-dem-commando-cannstatt-teil-1


„Eine stolze Kurve voller Geschichte braucht einen letzten Rest Identifikation – 50+1 muss bleiben!“

Mehr als 1000 Fanclubs, Fangruppen und Verbände aus ganz Deutschland haben bereits eine Erklärung für die Erhaltung der 50+1 Regel unterzeichnet: www.50plus1bleibt.de

Unter den Erstunterzeichnern der Erklärung sind auch 136 Fanclubs und Gruppen aus der Fanszene des VfB Stuttgart, die damit ein deutliches Zeichen gesetzt haben. Wenn sich euer Fanclub / eure Gruppe noch nicht auf der Liste der Unterstützer befindet, ihr die Erklärung allerdings unterstützt, so könnt ihr diese auf der Webseite noch unterzeichnen.

Erstunterstützer der Erklärung aus der Fanszene des VfB Stuttgart:

0711 Squad
1. VfB Stuttgart Fanclub Asia (Singapore)
Air Kruse Fanclub Bopfingen
AlbTraum
Alte Garde
Alt-Württemberg
Badisch-Sibirien Walldürn
Bleichstetter Brustring
Bockstark Bodensee
Bollwerk Süd
Boys in Red
Boyz Inferno
Brenztal-Schwaben 07
Brigada Loca
Brigade Boys Hohenzollern
Brustring Tannhausen
Brustring Zazenhausen e.V.
Cannstatter Jungs
Cannstatter Kurve Berlin e.V.
Cannstatter Mondgucker
Cannstatter Schwaben
Chaoszwerge
Commando Cannstatt 97
Crazy VfB-Fans Amorbach
Crew 36
Curva Suevia
Denkinger Jungs
Die Stuttgarter Treuen ’80
Division Oberschwaben
DKS Gundelsheim 2007 e.V.
Donau-Schwaben e.V.
DUNKELROT exklusiv e.V.
Dünsbach-Hohenlohe e.V.
Endstation
Enzfreunde
Europapokalfreunde Vaihingen
Fanclub Steinlachtal e.V.
Fautores Limpurg
First Indeed
FriendsForever 1996
Galeere Cannstatt
Gerschdaklopfer
Harry Hirsche’s Horb
Heilbronn
Invasion 1893 Straubenhardt e.V.
Kanzach Brigade Unlingen
Kollektiv Brustring
Königsbande Stuttgart
Königskinder Weinstadt
Kraichgau Schwaben
Le Muenz Rusticale
Leintal-Power
Lemberg-Jungs
Lonetalschwaben Bissingen
Los Partidarios Stuttgart 2009
Mad Beavers
Mancha Vermelha
Narren-Chaos 1893
Neckar Fils 1979
Neckar Kings Bargau
Neckarsturm Württemberg
Oberes Nagoldtal
Oberschwaben
Oberschwabenpower Weiß-Rot Bad Saulgau
OFC VfB Freunde Südbayern
Old Veterans Supporters Club
Ostalb Fanatics
PectusOrbis Ditzingen
Powerplay-Stuttgart ’94
Pride Side Sindelfingen
Primtäler Neufra
Ragazzi Biancorossi
Rauhe Ebrach
Red Bulls Sindelfingen 95
Red Dogs Hohenlohe
Red Hots 96
Red Power Reutlingen ´12
Red Rangers 2011
Red Reed
Red Roots
Red White Zone
Red-White Bullets 2011
Red-White Fanatics
Remstalfront 2012
Rheinmissionare
Roter Brustring Hamburg e.V.
Röttingen
Rot-Weiße Legion 7179
Rot-Weiße Schwaben Berkheim 1977 e.V.
Ruhrpottschwaben
Salzstetter Jungs
Schlierbachpower Neuler 97
Schönbuch Bagasch‘
Schraube KWH
Schwaben Fanatics Allgäu
Schwaben Kompanie Stuttgart
Schwaben Legion Neckar
Schwabenrangers 95
Schwaben-Regiment Süd
Schwabensturm 2002
Schwäbisch Hall 1980 e.V
Squadra Cannstatt
Stäblesfraktion 1893
Stammheim Alligators
Staufer Schwaben
Stolze Schwaben 1991
STUTTGARTER JUNXX e.V.
Südbande Stuttgart
Suebia Ehingen
Supporter Boyz Stuttgart
Supporters Block 32 Oberharmersbach
Supporters Ebersbach
United Supporters
V7 Wiesensteig
VfB Fans Albstadt
VfB Fans Reichenbach
VfB Fans Weiler i.d.B.
VfB Supporters Hessen
VfB Supporters Mosel
VfB Supporters Taubertal
VfB Wild Boys
VfB-Club 1995 G.u.S. Köngen
VfB-Fanclub Sersa
VfB-Front-Oberwolfach
VfB-Neckar-Freunde
Villingendorf 1977 e.V.
Virngrund-Schwaben Rosenberg
Volle Kanne Münsterland
Weiß-Rot Stuttgart 31
Weiß-Rote Garde
White Boyz
Wild Crocodiles Welzheim
Wilde Uhus Tübingen
Yard Bwoys
YNWA1893
Zebeger

Beteiligung am PODCAnnSTatt

Vom: 08. März  2018

Wir haben uns im Vorfeld des Heimspiels gegen das Konstrukt aus Leipzig an der 20. Ausgabe des PODCAnnSTatt, dem VfB-Podcast der Stuttgarter Nachrichten beteiligt.

Viel Spaß beim Anhören!

Heimspiel gegen RB Leipzig

Vom: 01. März  2018

Zum ersten Mal tritt der Leipziger Ableger der Fußballabteilung eines österreichischen Brauseherstellers in unserem Neckarstadion an. Viel muss man zu diesem Konstrukt nicht mehr sagen, die Argumente liegen seit langer Zeit klar auf dem Tisch. Zu uns kommt nichts anderes als das am Reißbrett entworfene Gesicht des im Fußball vorherrschenden Turbokapitalismus. In einem Weg, den der komplette Profifußball schon längst eingeschlagen hat, ist RB die Blaupause für alles was noch folgen soll. Ein Weg, den leider auch unser VfB eingeschlagen hat. Der finanzielle Erfolg steht auch für unsere Vereinsführung über allem, weswegen man in einer lächerlichen Kampagne die Mitglieder überzeugen musste, sich dem laut Argumentation „wirtschaftlichen Bremsklotz e.V.“ zu entledigen um sich für potente Investoren wie der Daimler AG zu öffnen. Höher, schneller, weiter. „Ja zum Erfolg!“ hieß der Leitsatz. Bezeichnend, dass hier „Erfolg“ mit „mehr Geld“ gleichgesetzt wird und nicht mit Kontinuität und guter, ehrlicher Arbeit. Auch sonst macht die Vereinsführung in letzter Zeit den Eindruck, den Blick für die Basis immer mehr zu verlieren. Schwindende Identifikation zahlreicher Anhänger zum eigenen Verein ist die Folge. Aktuell wird über eine weitere Aufweichung der 50+1 Regelung im deutschen Fußball, vorangetrieben von Martin Kind und stark unterstützt von DFL-Boss Seifert sowie mächtigen Fußballmedien wie dem Kicker und der Bild, diskutiert. 50+1 ist trotz Ausnahmefällen wie RB, Hoffenheim, Wolfsburg, Leverkusen und anderen die letzte Bastion, die uns wenigstens noch etwas von dem Fußball, wie wir ihn kennen und lieben gelernt haben, bewahrt. Hierfür gilt es zu kämpfen. 50+1 ist für uns keine Diskussionsgrundlage, sondern eine Schmerzgrenze!

Identifikationsstiftend und der größte Unterschied zu Konstrukten wie RB Leipzig ist bei uns in Stuttgart die Cannstatter Kurve. Eine stolze Kurve voller Geschichte. Ein Ort für jedermann, über Jahrzehnte geprägt durch verschiedenste Fangenerationen. Ein Ort, an dem Werte, wie Zusammenhalt, Respekt, Solidarität, Mitgestaltung und Mitverantwortung innerhalb der aktiven Gruppen und Fanclubs noch real sind und ernsthaft gelebt werden. Genau diesen Unterschied – eine traditionsreiche, leidenschaftliche Kurve – wollen wir beim Heimspiel gegen den Retortenclub aus Leipzig wie bereits im Hinspiel optisch und lautstark aufzeigen. Packt eure – gerne richtig alten – Schwenkfahnen und Doppelhalter ein, und lasst uns ein geschlossenes Zeichen setzen. Für den Rahmen der Aktion sorgen wir.

Jeder Einzelne ist der 12. Mann!

Am 20.02.2018 konnten wir dem Förderkreis für krebskranke Kinder e.V. im Blauen Haus in Stuttgart, einen Scheck in Höhe von 14.000 € überreichen. Seit dem vergangenen Herbst haben wir im und um das Neckarstadion wieder unseren Fankalender verkauft.

Der Verein für krebskranke Kinder fördert eine pädagogische und psychologische Betreuung auf der kinderonkologischen Station im Olgahospital und unterstützt betroffene Familien während der Zeit der Behandlung und danach. Während die Kinder stationär behandelt werden, haben die Familien die Möglichkeit im „Blauen Haus“ am Herdweg (ganz in der Nähe des Olgahospitals) auf Zeit zu wohnen. Die Geschäftsführerin Cornelia Völklein und Vereinsvorstand Prof. Dr. Stefan Nägele waren sehr dankbar für die hohe Spendensumme und bedankten sich für die Unterstützung ihrer Arbeit.

Mehr Infos findet ihr unter folgendem Link: http://www.foerderkreis-krebskranke-kinder.de/

Vielen DANK an alle VfB-Fans, die durch den Kauf eines Kalenders die Aktion wieder unterstützt haben!

Commando Cannstatt 1997

Keine neue Grundsatzdebatte zu 50+1!

Vom: 21. Februar  2018

Das Thema 50+1 ist aktuell nicht nur in den Medien omnipräsent, sondern auch fester Bestandteil der bundesweiten Proteste gegen DFB & DFL. An dieser Stelle möchten wir einen überregionalen Text, der von uns an einigen wenigen Stellen noch auf unsere regionalen Gegebenheiten beim VfB angepasst wurde, veröffentlichen. 50+1 ist unantastbar!

Keine neue Grundsatzdebatte zu 50+1!
Die 50+1-Regel und die Kriterien für eine Ausnahmegenehmigung sind nicht verhandelbar!

Was ist passiert?
Nach dem offiziell von Martin Kind ruhend gestellten Antrag auf Ausnahme der 50+1-Regel für sich und Hannover 96 soll die 50+1-Regel nun von allen DFL-Clubs „modifiziert“ werden. Für eine solche Modifizierung werden 24 von 36 Stimmen, also eine 2/3-Mehrheit, aller DFL-Mitglieder (=Clubs) benötigt. Martin Kinds Problem wird somit zum Problem aller Fans und Vereine.

DFL und DFB haben nichts verstanden!

Die Grundsatzdiskussion zur 50+1-Regel wurde nach jahrelangen Diskussionen mit 36:0 Stimmen aller DFL-Clubs 2014 zum Abschluss gebracht. Seit 2014 ist eigentlich überhaupt nichts passiert, schon gar nicht seit August 2017, wo es noch von DFB und DFL großmäulig hieß: „Wir haben verstanden“. Nur Martin Kind konnte man nicht wie erwartet durchwinken. Ein Erfolg aller Fans – bundesweit!

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert will das Fass jetzt wieder öffnen und initiiert eine „Grundsatzdebatte zur 50+1-Regel“, um nicht nur Kind, sondern allen Investoren eine Übernahme zu ermöglichen, ob sie nun Kind, Kühne, Ismaik oder sonst wie heißen. Damit steht fest: Seifert, Grindel & Co haben überhaupt nichts verstanden. Sie glauben ernsthaft, die Fans verarschen zu können, indem sie Wasser predigen und Wein saufen!

Was ist das Ziel der angestrebten Modifizierungen?

Im Klartext: nichts weiter als das faktische Ende von 50+1 in Deutschland durch die Hintertür. Denn jetzt wollen natürlich auch andere Investoren die Diskussion nutzen, mit Hilfe williger Club-Bosse (wenn nicht eh identisch) „ihre“ Clubs von der vermeintlichen 50+1-Geißel zu befreien und dafür nicht erst 20 Jahre lang eine erhebliche Förderung nachweisen zu müssen. Eine 5-Jahres-Frist, wie sie in der freien Wirtschaft für Heuschrecken-Investoren üblich ist, wurde bereits ins Spiel gebracht.

Die neuerdings gerne gebrauchte und harmlos klingende Aussage, es solle doch jeder Verein selbst über 50+1 entscheiden, bedeutet letztlich nichts anderes. Wenn ein Verein selbst und nicht mehr die DFL entscheiden, ob ein Investor übernehmen darf oder nicht, sobald sich der Verein als gefördert „ansieht“, sind nicht nur Kind und Ismaik am Ziel ihrer Träume.

Stehen dabei lästige Vereinsmitglieder im Weg, wird man schon dafür sorgen, dass die Abstimmungsergebnisse passend gemacht werden, und sei es durch Geschenke an Einmal-Wähler (Trikot für Stimme), wie es bereits bei unserer außerordentlichen MV zur Ausgliederung geschehen ist. Wie es bei 1860 München aktuell ohne eine ernsthaft gelebte 50+1-Regel aussehen würde, kann sich jeder selbst ausmalen.

Wieso ist das jetzt wichtig für alle Fans und Fanszenen in Deutschland?

Die jetzt schon offensichtliche Schere zwischen arm und reich im Fußball würde noch größer werden als ohnehin schon. Investoren würden sich naturgemäß zuerst für die großen Clubs interessieren. Für Traditionsclubs, Zweitligisten oder gar noch niedriger spielende Clubs, die sich dem Ausverkaufswettbewerb nicht anschließen wollen, würde das letztlich bedeuten, dass es für sie noch unmöglicher würde, zur Spitze aufzuschließen.

Wenn die Großen noch größer werden und die Ab- und Aufstiegsplätze mehr denn je schon vor Saisonbeginn feststehen, werden sich die kleinen, oft überschuldeten Clubs in Ihrer Verzweiflung dann doch mit dem arabischen, amerikanischen, russischen oder chinesischen Teufel ins Bett legen, um die Abkürzung zu nehmen. RB Leipzig lässt grüßen.

Dass dadurch auch Eintrittspreise steigen oder Trikotfarben den Hauptsponsoren angepasst werden, ist so klar wie die damit verbundenen Veränderungen für die Fanszenen, die oft beschworene Fankultur und das soziale Mengengefüge im Stadion. Die billigste Dauerkarte bei Arsenal London kostete schon 2013 über 1.000 EUR. Nicht umsonst pilgern jedes Wochenende Hunderte Fans aus dem Ausland wegen bezahlbarer Eintrittskarten und guter Stimmung in Deutschlands Stadien.

Wie soll das Ziel erreicht werden, 50+1 abzuschaffen?

Namhafte und weniger namhafte Persönlichkeiten wie Christian Seifert, Christoph Schickhardt (umtriebiger Fußball-Anwalt, der auch bei unserem VfB Stuttgart bereits viel Einfluss genommen hat), Alfred Draxler (BILD) und Rainer Franzke (Kicker) sowie diverse Club-Funktionäre werden ihre aufgehübschten alternativen Ansichten von 50+1 massiv bewerben.

Mit wertlosen Brotkrumen, die größtenteils eh selbstverständlich sein sollten und auch problemlos ohne eine Diskussion um 50+1 festschreibbar wären (z.B. Verbote zur Änderung von Vereinsfarben oder ein Umzug von Clubs in eine andere Stadt), wird man dabei versuchen, die Fans zu blenden. Ziel ist es, die de facto Abschaffung von 50+1 salonfähig zu machen.

Was muss man tun, um dem entgegenzuwirken?

Es ist eindeutig der sportpolitisch wichtigste Kampf der Fans in naher Zukunft, da deren Ausgang zwangsweise Einfluss auf unseren Fußball in zehn, zwanzig, dreißig oder vielleicht auch schon zwei Jahren haben wird und auf unsere Mitbestimmungsmöglichkeiten in den Vereinen (noch) mit Bindung zu den Profis.

Wird 50+1 ausgehöhlt, öffnet sich die Büchse der Pandora. Es ist dann keine Frage mehr ob, sondern wann englische/spanische/französische Verhältnisse im deutschen Fußball einkehren.

Der Gegenwind der Fans muss massiv und dauerhaft sein, um Wirkung zu zeigen. Augen zu und durch – das gelingt vielleicht im Kleinen, aber nicht, wenn der Gegenwind alle Stadien in irgendeiner Form erfasst und damit das gesamte „Premiumprodukt“ der DFL. Bleibt der Gegenwind dagegen aus, haben die 50+1-„Putscher“ freie Hand. Den Verantwortlichen bei DFB und DFL sowie in besonderem Maße auch in den (ausgelagerten) Clubs und Vereinen muss klar werden, dass sie massiver Widerstand erwartet, wenn sie sich auf das durchschaubare Spiel einlassen.

Wolfgang Dietrich hat sich bislang um eine klare Aussage zu seinem Standpunkt von 50+1 gedrückt und auf die Abstimmung der Ausgliederung auf der Mitgliederversammlung verwiesen. Hier haben die VfB-Mitglieder entschieden, dass aktuell bis zu 24,9 % der AG-Anteile veräußert werden können. Für den Verkauf von weiteren Anteilen muss erneut die Mitgliederversammlung befragt werden. Diesen Punkt sollte ebenfalls jeder bedenken, der aufgrund einer Identitätskrise mit dem VfB überlegt die Mitgliedschaft abzugeben.

Das Wichtigste jetzt:
Keine neue Grundsatzdebatte zu 50+1!
Die 50+1-Regel und die Kriterien für eine Ausnahmegenehmigung sind nicht verhandelbar!

Die Sportschau-Doku, an der wir uns beteiligt haben, findet ihr ab sofort in der ARD-Mediathek und bei Youtube.

ARD-Mediathek: http://www.ardmediathek.de/tv/Sportschau/Ultras-die-Dokumentation/Das-Erste/Video?bcastId=53524&documentId=49930380
Youtube: https://youtu.be/_c0Yl4rhZ-8

Dokumentation über Ultras

Vom: 08. Februar  2018

Wir haben uns an einer Reportage und Dokumentation über Ultras von Alexander Cierpka und Tom Häussler beteiligt, welche nun kommenden Sonntag um 17.15 Uhr in der ARD (Das Erste) ausgestrahlt wird. Gerade für uns VfBler aufgrund des anstehenden Heimspiels gegen Gladbach ein ungünstiger Zeitpunkt, allerdings wird die Sportschau-Dokumentation anschließend auch in der Mediathek abrufbar sein.

Trailer:
https://youtu.be/zreyTSOVUqM

Infos zur Doku:
http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/ultras-104.html

Bundesweiter Aktionsspieltag

Vom: 24. Januar  2018

Viele von euch haben die Proteste und Spruchbänder in der Hinrunde gegen die zunehmende Entfremdung des DFB und der DFL von der Basis des Fußballs – uns Fans – mitbekommen und mitgetragen. Wie zum Jahresende berichtet, wurde den Verbänden zur Winterpause ein Forderungskatalog zugeschickt, in welchem viele der aktuellen Problemfelder im Fußball angesprochen werden. Manche sind recht konkret, wie die klare Forderung nach einem Bekenntnis zu 50+1 und der Intention dahinter. Manche wirken eher banal, wie die Forderung einen bundesweiten Mindeststandard einzuführen, nach welchem Fanmaterialien grundsätzlich erlaubt sein müssen. Andere wirken hoffnungslos radikal, wie die klare Forderung nach der Abschaffung von Stadionverboten und die endgültige Abkehr von Zuschauerausschlüssen als Kollektivstrafen.

Die Forderungen haben allerdings eine große und erschreckende Gemeinsamkeit: Sie sind nicht neu!

Exakt diese Themen werden von Fans und Fanorganisationen seit Jahren und Jahrzehnten vertreten ohne Gehör zu finden. Exemplarisch ist hier der Themenbereich Anstoßzeiten. In der Saison 2000/01 gab es noch ein Bündnis namens „Pro 15:30“, selbstverständlich am Samstag. Heute finden sich im Positionspapier „nur“ noch zahlreiche Möglichkeiten, wie man die Situation für Stadionbesucher wieder etwas annehmbarer gestalten kann. Die Verbände sind jetzt gefordert, sich endlich einmal ernsthaft mit all diesen Problemen zu beschäftigen und die richtigen Weichen für die Zukunft des Fußballs zu stellen!

Um dieser Aufforderung nochmal Nachdruck zu verleihen, soll gemeinsam und bundesweit ein Zeichen gesetzt werden. Deshalb werden wir beim Heimspiel gegen Schalke in den ersten 12 Minuten plakativ auf sämtliche Fanutensilien und Aktivitäten verzichten, schließlich gehört deren Freigabe auch zu den Forderungen. Die Podeste bleiben leer, eine Koordination via Mikro- oder Megaphon findet nicht statt, Trommeln werden nicht eingesetzt, Fahnen und Doppelhalter bleiben unten. Nach Ablauf der 12 Minuten soll alles wie gewohnt sein oder gerne noch lautstarker und farbenprächtiger. Schließlich möchten wir mit diesem Kontrast verdeutlichen, wie wichtig bereits einzelne Punkte aus diesen Papieren sein können und welchen Effekt sie auf den Fußball haben, sowohl im positiven, als auch im negativen Fall.

Wir möchten jeden Stadionbesucher dazu auffordern, sich mit den Positionspapieren zu beschäftigen und sich dann den Protesten anzuschließen, oder sich zumindest solidarisch zu verhalten.

12 Minuten Zeichen setzen – Für einen starken 12. Mann!

Positionspapier zum Thema Fanrechte
Positionspapier zum Thema Sportgerichtsbarkeit
Positionspapier zum Thema Stadionverbote
Positionspapier zum Thema Anstosszeiten
Positionspapier zum Thema Kommerzialisierung

Im Laufe der letzten Woche wurden DFB/DFL insgesamt fünf Positionspapiere übersandt.
Inhaltlich fassen diese die Anfang Dezember beim Treffen der deutschen Fanszenen mit DFB/DFL vorgetragenen Kritikpunkte in einzelne Themenbereiche zusammen. Wir verstehen diese Positionspapiere als bestmögliche Hilfestellung an DFB/DFL, bei künftigen Entscheidungen Faninteressen besser berücksichtigen zu können.

Das Papier zum Thema Fanrechte befasst sich mit konkreten Einschränkungen am Spieltag, wie Begrenzungen für Fanmaterialien, Meinungsfreiheit auf Choreos und Spruchbändern sowie der Rolle der Ordnungsdienste. Etwas konkreter wird es bei den Themen Sportgerichtsbarkeit und Stadionverbote. In den hinterlegten Dokumenten wird über mehrere Seiten hinweg dargelegt wie diese beiden Aktionsfelder des DFB in den letzten Jahren immer seltsamere Blüten hervorgebracht haben. Heute ist beiden Themen eine unerträgliche Inkonsistenz und Intransparenz gemein, kurz gesagt trifft die Beschreibung „Alles kann, nichts muss“ die aktuelle Praxis sehr gut. Aus unserer Sicht sind solche präventiven Wasserköpfe nicht reformierbar und gehören, wie es unser Äffle so schön sagt „zom Deifel“.

Ähnlich lapidar fällt auch seine Forderung zum Thema Anstosszeiten aus. Im Positionspapier werden dagegen mehrere Ansätze angeboten, die die aktuelle Situation entspannen sollen. Beispielsweise die vielzitierte 300km-Regel für alle Spiele, die nicht an einem Samstag stattfinden können. Das Positionspapier zum Thema Kommerzialisierung nimmt DFB/DFL am deutlichsten in die Verantwortung. Die Erwartungshaltung ist klar, die eigene Verantwortung für die Integrität des Sports muss endlich ernst genommen werden. Der Einfluss von Investoren muss auch nachhaltig im Sinne von 50+1 begrenzt werden und die Grundprinzipien des Financial Fairplay dürfen nicht zum Papiertiger verkommen.


Pferdle: „Wa widd du Aff eigentlich zo Weihnachda?“
Äffle: „D’Spiel em Samschdigs om halb 4e ond zom Deifel mit älle Stadionverbot!“


Äffle: „Ond wenn en Köln d’Kischd ausgoht wärs au reacht.

Herausheben möchten wir auch nochmal Äffles Forderung nach einer Beendigung des Videobeweises. Dieser bringt weder mehr Gerechtigkeit noch mehr Transparenz. Aktuell steht immer noch im Raum, dass der Ex-Videobeweis-Projektleiter Helmut Krug dieses Vehikel nutzte, um unerlaubt Einfluss auf den Ausgang eines Bundesligaspiels zu nehmen. Die Glaubwürdigkeit des Sports geht komplett den Bach runter, wenn spielentscheidende Vorgänge im stillen Kämmerlein stattfinden. Vor dem Hintergrund der Glaubwürdigkeit des Sports begrüßen wir übrigens ausdrücklich die Entscheidung der DFL, eine Diskussion über Zweitspielrechte gar nicht erst zu eröffnen.